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Ist der doch nicht schuld an der Klimakrise? Was ist sozialistischer Klima-Quatsch? Und was kann man…
Kapitalismus  from twitter_favs
10 weeks ago by bjoerngrau
Mary O'Sullivan: Die Historikerin über Kapitalismus und Profit
die Frage auf, was denn eigentlich Kapitalismus sei.» Was also ist er? «Ganz einfach: Das Organisieren ökonomischer Aktivitäten, in deren Zentrum die Investition von Kapital steht mit dem Ziel, Profit zu generieren und mehr Kapital anzuhäufen.»

Zwar wusste Mary O’Sullivan, wie Business geht, doch im Studium hatte sie nicht gelernt, wie dieses mit der politischen Ökonomie verflochten ist. Immer war die Rede von «den Marktkräften», aber nie vom Profit, der in der Praxis so wichtig ist. Ihre Studenten wollten nur die Vorteile des Kapitalismus sehen, aber Mary O’Sullivan sah auch, wie beim betrieblichen Downsizing Leute auf die Strasse gestellt wurden. Also begann sie, die Klassiker zu studieren: Karl Marx, Joseph Schumpeter, John Maynard Keynes.

Weil sie die Ökonomie verstehen wollte, wurde Mary O’Sullivan Historikerin. Seit 2010 ist sie Professorin für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Genf, Schwerpunkt Industrialisierung, Unternehmens- und Finanzgeschichte. Ihr jüngstes Buch heisst «Securities Markets in the History of U.S. Capitalism, 1866–1922» (Oxford University Press, 2016), zurzeit arbeitet sie an einer Geschichte des Profits.
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june 2019 by MicrowebOrg
Angela Merkel und Olaf Scholz auf dem Tag der Deutschen Industrie: Hurra, sie simsen noch - SPIEGEL ONLINE
Stattdessen redete Scholz mal wieder lieber über Europa und Sachfragen wie die steuerliche Forschungsförderung. Die wurde kürzlich nach langem Hin und Her vom Kabinett beschlossen, ist aus Sicht der Wirtschaft aber nicht umfangreich genug. Als der Applaus entsprechend mäßig ausfiel, setzte Scholz noch mal neu an, pries den Beschluss mit erhobener Stimme als "großen Tag für Deutschland" - und erntete diesmal tatsächlich mehr Zuspruch.

Es war einer der wenigen Momente, in denen sich trotz der deutschen Führungskrise so etwas wie Leidenschaft erahnen ließ. Ein zweiter war der Auftritt von Scholz' französischem Amtskollegen Bruno Le Maire, der die Zusammenarbeit mit Deutschland pries und für einen "europäischen Kapitalismus" als Alternative zu China und den USA warb.


Le Maires Regierung ist mit vielen Reformvorhaben bei der Groko aufgelaufen, dennoch gibt es auch hier aktuell noch Sympathien für das Bündnis. "Wir sind komplett auf einer Linie", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Rande des Wirtschaftstages, "das ist völlig neu".

Als Beispiel nannte er das gemeinsame Eurozonen-Budget. Das wurde von Scholz vor den Unternehmern noch einmal ausdrücklich als Beginn einer europäischen Wirtschaftspolitik gelobt. Noch vor zwei Jahren, so der französische Offizielle, habe man in Gesprächen mit den Deutschen hingegen "nicht einmal das Wort Eurozonen-Budget verwenden dürfen".
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june 2019 by snearch
Neustart für die Marktwirtschaft: Fünf-Punkte-Plan für einen sozialen Kapitalismus - Politik - Tagesspiegel
Kapitalistische Marktwirtschaft (Neo-linksliberal)

Die Produktionsmittel vergesellschaften zu wollen, ist ein nationalstaatlich gedachtes Instrument der sozialistischen Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts. Angewandt haben diese Instrumente deshalb nicht zufällig nirgendwo zu einer wirklich genossenschaftlich organisierten Volkswirtschaft geführt, sondern immer zu Verstaatlichungen. Auch hier also der sehnsuchtsvolle Blick zurück in die Zeiten des Nationalstaates.

In der Praxis haben aber gerade diese verstaatlichten Nationalökonomien dem internationalen Wettbewerb weitaus schlechter standhalten können als Volkswirtschaften, deren Produktionsmittel überwiegend in privater Hand verblieben waren. Am Ende landeten sie im Bankrott und in erheblichen sozialen und ökologischen Verwerfungen.

Der Mythos der unaufhaltbaren Globalisierung liefert das Gegenbild zum nationalstaatlichen Kontrollanspruch. Auch die Propheten der Globalisierung sind hochmütig. „Lasst alle Hoffnung fahren, eure Regeln im globalen Zeitalter behalten zu können“, heißt es in der üblichen Globalisierungserzählung. Wer sich nicht fügt, geht unter.

„Pass dich an!“, lautet der neue kategorische Imperativ dieser Glaubenslehre. Dass wir den Vertretern dieser Ideologie den Titel „Neoliberale“ verliehen haben, ist schon eine bittere Ironie. Denn die eigentlichen „Neo-Liberalen“ waren doch die, die sich gegen den Nationalismus der Alt-Liberalen erfolgreich zur Wehr gesetzt und die Öffnung zu den Sozialdemokraten betrieben hatten.

Märkte brauchen Regeln

Märkte brauchen Regeln, sonst droht Marktversagen. Das wussten gerade die liberalen Marktökonomen. Mietpreisexplosionen, Bodenspekulation, Klimawandel und auch Altersarmut erwachsen aus Marktversagen. Märkte richten sich eben nach Knappheitsgraden und ihren Preisen und nicht nach den Bedürfnissen nach öffentlichen Gütern wie innerer und sozialer Sicherheit, ausreichend bezahlbarem Wohnraum, Bildung, Umwelt und anderem mehr. Es sei denn, staatliche Politik setzt den Märkten Regeln oder gibt dem Marktversagen einen Preis.

Die Mythologie der alternativlosen Verbindung von Globalisierung und Deregulierung taugt auch nicht für die Zukunft. Der globalisierte Kapitalismus unserer Tage droht die Unabhängigkeitserklärungen der großen demokratischen Revolutionen, die Erklärungen der Menschen- und Bürgerrechte und die Errungenschaften der Arbeiterbewegungen zu kassieren.

Zu "Eigentum verpflichtet" gehört auch die Umverteilung von Reichtum

Wer den Resonanzraum für Mythen wieder kleiner machen will, muss deshalb die Idee der sozialen Marktwirtschaft erneuern. „Eigentum verpflichtet“, heißt es im Grundgesetz. Dazu gehört auch die Umverteilung von Reichtum, der ja nie allein privat erarbeitet werden kann, sondern immer der Voraussetzung eines funktionierenden Gemeinwesens und der Qualität der Arbeit vieler bedarf. Wer das infrage stellt, der darf sich nicht wundern, wenn irgendwann die Scheiben klirren.

Die Grundlagen der großen Erfolge der Idee der sozialen Marktwirtschaft liegen aber eben auch im letzten Jahrhundert, als der soziale Ausgleich noch mittels nationaler Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik erreicht werden konnte. Schon Europa und allemal der Globalisierung fehlen ähnliche Steuerungsinstrumente. Deshalb erweisen sich die sozialen Marktwirtschaften oft als zu schwach, um den Kapitalismus erneut zu zähmen und ihm soziale und ökologische Grenzen setzen zu können. Die Antwort auf das Marktversagen und damit auf die Gestaltungslücken der sozialen Marktwirtschaft ist deshalb eine stärkere Europäisierung und Globalisierung von staatlich gesetzten Marktregeln.

Eine europäische CO2-Steuer auf Importe

Deshalb brauchen wir natürlich eine europäische CO2-Steuer auf Importe aus Ländern, die keinerlei Klimaschutz betreiben und deshalb mit ökologischem Dumping vor allem unsere Rohstoffindustrien unter einen unfairen Wettbewerbsdruck setzen. Die Einnahmen sollten dann als Fördermittel an die europäischen Unternehmen gegeben werden, die in Rohstoffeffizienz und Klimaschutz investieren. Und wer diese CO2-Steuer nur national erhebt, sollte sie als Klimaprämie an die Bevölkerung zurückgeben. Den gleichen Betrag für alle, damit sich Klimaschutz mit gerechter Verteilungspolitik verbindet. Wer viel verbraucht, zahlt viel, bekommt aber nur wenig zurück. Bei allen anderen muss es umgekehrt sein.

Wir brauchen eine europäische Besteuerung der Finanzmärkte, gemeinsame europäische Instrumente zur Bekämpfung von Konjunktur- und Strukturkrisen und eine Abschaffung der Gerechtigkeitswüsten in Europa, die wir meist als „Steueroasen“ bezeichnen. Nur das bringt uns die Mittel, Schritt zu halten bei Forschung, Technologie und Bildung mit Giganten wie China

Das Ziel muss sein, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die technologische Stärke und die soziale Sicherheit in Deutschland zu erhöhen – nicht auf Kosten unserer Nachbarstaaten in Europa, sondern damit die Bundesrepublik mehr in die Europäische Union investieren kann. Das kann Deutschland tun:
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1. Eine Unternehmenssteuerreform herbeiführen, bei der wir als Investitionsstandort wettbewerbsfähig bleiben. Die letzte große Unternehmenssteuerreform hat der SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2000 zusammen mit den Grünen auf den Weg gebracht. Seitdem ist im Wesentlichen nichts mehr geschehen. Mit fast 30 Prozent Unternehmenssteuern gegenüber 15 Prozent zum Beispiel in den USA verlieren wir einfach massiv an Attraktivität. Anfangen sollten wir mit einer breiten und unbürokratischen steuerlichen Forschungsförderung vor allem in mittelständischen Betrieben.

2. Die Entlastung der Arbeitnehmerhaushalte ist auch notwendig. Aber weniger bei den Steuern als bei den Sozialabgaben, denn die belasten laut OECD den Faktor Arbeit in Deutschland weit mehr als in anderen Ländern. Wie wäre es zum Beispiel, wenn wir eine Freistellung des Existenzminimums nicht nur in der Steuer, sondern auch bei den Sozialabgaben einführen würden?

3. Und zur Gerechtigkeit in Deutschland gehört auch, dass wir umverteilen. Privater Reichtum entsteht nie von allein, sondern er braucht als Voraussetzung ein funktionierendes Gemeinwesen und die Leistungsfähigkeit ganz vieler Menschen. Deshalb ist Umverteilung fair und gerecht. Es waren übrigens die Ordoliberalen, die sich immer für eine hohe Erbschaftssteuer eingesetzt haben, weil Erben für sie leistungsloses Einkommen war, das den Markt verzerrt.

4. Bund und Länder sollten sich außerdem – wie jetzt bereits beim Hochschulpakt geschehen – auf langfristige Investitionsprogramme in die öffentliche Infrastruktur einigen: in Straßen, Schienenwege, Wasserwege, Flughäfen, digitale Infrastruktur, in Forschung, Technologie und eine Modernisierung unserer Schulen und Hochschulen; sie sind wichtiger als die berühmte „schwarze Null“. Das kommende Jahrzehnt muss eine Dekade der Investitionen werden. Dafür allerdings bedarf es auch eines Gesetzes zur Planungsbeschleunigung.

5. Und natürlich gehört dazu auch eine industrielle Strategie, die sowohl den Mittelstand fördert als auch Unternehmenszusammenschlüsse ermöglicht, die mit den wirklichen Giganten aus China und den USA mithalten können. Auch wenn weniger Menschen im verarbeitenden Gewerbe und der Industrie arbeiten: Hier gründet der Wohlstand unseres Landes. Und heute auch seine Risiken, denn wo wir früher unsere Exportstärke feiern konnten, ist sie angesichts drohender Handelskriege heute unsere Achillesferse. Umso wichtiger ist es, dass wir die politischen Rahmenbedingungen klären, unter denen industrielle Wertschöpfungsketten – von der Rohstoffindustrie bis zur „Industrie 4.0“ – aus Deutschland weltweit Erfolg haben können. Das – und nicht eine wachsende Beteiligung des Staates in Form von Staatsfonds oder Sozialisierungen – ist eine nachhaltige Industriepolitik.

Es geht um den Wohlstand von morgen. Unser wirtschaftlicher Erfolg ist die Voraussetzung für soziale Sicherheit und ökologische Nachhaltigkeit.
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may 2019 by MicrowebOrg
Anti-Kommunikation und Wertschöpfung | n.n. -- notes & nodes on society, technology and the space of the possible, by felix stalder
Die als weitergehend unregulierter Markt funktionierenden, kommerziellen sozialen Medien haben nun aus der Komplexität der sozialen Kommunikation eine weitere fiktive Ware geschaffen: das so genannte «engagement». «Engagement», so die gängige Beraterprosa, «bedeutet einfach, deine Fans/Followers/Friends dazu zu bringen, etwas als Reaktion auf deinen Beitrag zu tun: ‹liken›, ‹kommentieren›, ein Bild öffnen, auf Links klicken, oder ‹teilen›. Dies sind alles Formen des «engagement», und jedes Mal, wenn eines dieser Dinge getan wird, misst Facebook es ganz genau. Als Folge davon wird dein Beitrag immer beliebter und Facebook wird ihn mehr Menschen zeigen.» Mit anderen Worten, «engagement» ist jede Form der Reaktion auf eine Aktion. Diese wird gemessen und soll im Sinne des stetigen Wachstums immer weiter erhöht werden. Die ganze Infrastruktur von Facebook ist darauf hin ausgerichtet, «engagement» zu produzieren. Auch den NutzerInnen werden spezialisierte Werkzeuge angeboten, um zu messen, wie viel Reaktionen ihre jeweiligen Posts produziert haben und ihre Beiträge so zu optimieren, dass diese Zahl erhöht werden kann. Denn es ist dieses «engagement», das an Werbetreibende verkauft wird: die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Nutzer oder eine Nutzerin auf einen bestimmten Reiz reagiert.
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may 2019 by neuezukunft
Das Manko der marxistischen Theorie | Telepolis
In der spontanen FFF-Bewegung, zunächst als Generationenkonflikt erklärt, etablierte sich die Gruppierung "Change for Future", die die Ursachen der von ihr befürchteten apokalyptischen Gefahr nicht als Problem zwischen den Generationen, sondern als systembedingt aus dem Kapitalismus erkennt. Das Interview von Tomasz Konicz mit Change for Future lässt hier Einblick nehmen: "Ein Wirtschaftssystem, das auf Wachstum und Profit ausgelegt ist, kann nicht nachhaltig sein". Die Aussagen können auch als Aufforderung verstanden werden, mehr Klarheit über diese Zusammenhänge zu schaffen. Der vorliegende Artikel soll dazu beitragen, die richtigen Fragen zu finden.
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may 2019 by martinderm
Am toten Punkt Paul Mason 2019| Internationale Politik und Gesellschaft - IPG
Für die neuen progressiven politischen Bündnisse, die sich bilden müssen, bedeutet das: Sie müssen den kommenden Kulturkrieg intelligent führen. Der Staat, der von den Bewegungen für Umwelt und soziale Gerechtigkeit so lange vernachlässigt wurde, wird bei der Lösung unserer Probleme eine zentrale Rolle spielen.

Ein erheblicher Teil der Politik ist durch und durch unwirklich geworden. Dies liegt an den beiden technokratischen Grundannahmen unserer Zeit – dass das momentane soziale System zu einer kohlenstofffreien Gesellschaft führen kann und steigende Schulden durch Buchgeld für immer ausgeglichen werden können. Wir müssen dieser Sache endlich auf den Grund gehen.
(Nicht sicher von seiner Position zu "schulden")
paulmason  kapitalismus 
may 2019 by MicrowebOrg
Die Verdatung der Welt Dirk Hohnsträter
Zunächst einmal muss man sich vor Augen halten, dass das neue Wirtschaftsmodell mit der Umstellung von serieller Massenproduktion auf personalisierte Angebote und Preise nicht tief genug beschrieben wäre, weil es letztlich auf eine Verhaltensänderung zielt.[3] Der digitale Kapitalismus besteht aus drei Elementen: Datenextraktion, Verhaltensvorhersage und Verhaltensmodifikation.
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may 2019 by neuezukunft

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